{"id":368,"date":"2016-03-03T18:15:00","date_gmt":"2016-03-03T16:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/kritjur.spline.de\/?p=368"},"modified":"2016-03-03T18:15:00","modified_gmt":"2016-03-03T16:15:00","slug":"pressemitteilung-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kritjur.spline.de\/?p=368","title":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>+++ Pressemitteilung +++<\/strong><\/p>"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Zahlreiche Politische Organisationen und Medienschaffende k\u00e4mpfen gemeinsam mit Student*innenvertretungen gegen Sexismus und Zensur. Solidarit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht brechen. Sie w\u00e4chst.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nAm 02.03.2016 um 11 Uhr ver\u00f6ffentlichen abermals zahlreiche politische Organisationen und Medienschaffende innerhalb eines erweiterten Zusammenschlusses &#8222;zensierte&#8220; Zeitungsartikel gegen Sexismus und sogenannte &#8222;Pick-up-Artists&#8220;.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\">Diese Artikel waren zun\u00e4chst in der Student*innenzeitung der Universit\u00e4t Frankfurt am Main publiziert worden und mussten nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main aus dem Umlauf gezogen werden. Zur Begr\u00fcndung stellte das Gericht unter anderem fest, dass eine Student*innenschaft kein Recht habe, \u00fcber einen Gegenstandsbereich zu berichten, der \u00fcber die Hochschule hinausgehe. Als Protest gegen diese Einschr\u00e4nkung der politischen Handlungsf\u00e4higkeit von Student*innenschaften und als Zeichen der Solidarit\u00e4t ver\u00f6ffentlichten wenige Wochen sp\u00e4ter Student*innenvertretungen und -verb\u00e4nde in einem bundesweiten Zusammenschluss nun die zensierten Artikel erneut. Sie sind der Meinung, dass die Kritik an der Pick-up-Artist-Szene und Sexismus wichtig ist und selbstverst\u00e4ndlich auch von Student*innen geleistet werden muss. Daraufhin ereilte die Student*innen eine Welle an Abmahnungen, die von einer privaten Medienrechtskanzlei ausging.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDavon lassen wir uns nicht einsch\u00fcchtern, sondern antworten mit Solidarit\u00e4t und einem erweiterten Kreis an Unterst\u00fctzer*innen. Es ist wichtig, \u00f6ffentlich \u00fcber die manipulativen und gewaltvollen Vorgehensweisen von Pick-up-Artists aufzukl\u00e4ren. Diese Kritik muss selbstverst\u00e4ndlich auch Student*innenschaften m\u00f6glich sein und darf nicht durch das rechtlich konstruierte sogenannte &#8222;Hochschulpolitische Mandat&#8220; beschr\u00e4nkt werden. Die gerichtliche Trennung von Allgemein- und Hochschulpolitik ist willk\u00fcrlich und daher unhaltbar. Diese Unterteilung basiert auf einer politischen Anschauung. Wenn Gerichte sich solche Entscheidungen anma\u00dfen, urteilen sie de facto \u00fcber politische Haltungen. Hochschulen sind Teil der Gesellschaft und Student*innen sind mit den gleichen Fragestellungen konfrontiert, wie in jedem anderen gesellschaftlichen Raum auch. Die Debatte um die &#8222;Pick-Up-Artist&#8220;-Szene ist somit ein weiterer Beweis daf\u00fcr, dass Hochschule und Gesellschaft keine voneinander isolierten Bereiche sind.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nAus diesem Grund fordern wir nicht nur ein Ende sexualisierter Gewalt und von Sexismus, sondern werden auch weiterhin \u00f6ffentlich daf\u00fcr k\u00e4mpfen.<br \/>\n&nbsp;<br \/>\nHintergrundinformation: Der Euphemismus &#8222;Pick-Up-Artist&#8220; bezeichnet keine harmlose Freizeitbesch\u00e4ftigung, sondern es handelt sich vielmehr explizit um psychische und physische Manipulationstechniken, die vorgeblich Durchsetzungsf\u00e4higkeit und Selbstsicherheit im Beruf und Alltag sichern sollen. Der &#8222;selbstsichere Mann&#8220; wendet dann, gem\u00e4\u00df der Erkenntnisse in den Seminaren, das Erlernte gegen Frauen* an. Dabei wird kein Widerstand, kein &#8222;Nein&#8220;, kein Desinteresse von Frauen* akzeptiert, sondern ignoriert. Dies f\u00fchrt so weit, dass Angeh\u00f6rige der Szene die Legalisierung von Vergewaltigungen und sexualisierter Gewalt fordern. Sensibilisierung und Aufkl\u00e4rung \u00fcber diese Praktiken, das zugrundeliegende Frauen*bild und die dadurch entstehenden Gefahren f\u00fcr alle Frauen* und M\u00e4dchen* ist nicht nur an den Hochschulen dringend n\u00f6tig.<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\nMehr unter <a href=\"http:\/\/www.fzs.de\/extra\/show\/353994.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.fzs.de\/extra\/show\/353994.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zahlreiche Politische Organisationen und Medienschaffende k\u00e4mpfen gemeinsam mit Student*innenvertretungen gegen Sexismus und Zensur. Solidarit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht brechen. 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